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+++ 05.08.2008, 07:04 Uhr +++ 05.08.2008, 07:04 Uhr +++ 05.08.2008, 07:04 Uhr +++
Samstag, der 02.08.08

Nachdem die beiden am gestrigen Abend gegen 19.30 Uhr noch die 1000 Höhenmeter zur Monzinohütte aufgestiegen sind, starteten Sie an diesem morgen bei herrlichstem Wetter. Um 7 Uhr verließen die zwei die super Hütte, auf der sie sich richtig wohl gefühlt haben. " Es war eine der besten Hütten mit tollem Essen, ganz lieben Wirten und auch günstigen Preisen" schwärmte Micha.

Doch bevor sie loslaufen konnten mussten sie noch improvisieren, denn Ivo hatte seine Steigeisen im Auto liegen lassen. Ohne diese ist eine Gletscherbegehung nicht möglich und noch einmal zum Auto zurück hätte die beiden fast einen halben Tag gekostet. Doch nach Fragen und Suchen haben Sie noch ein paar alte auftreiben können, die mit Draht irgendwie am Fuß befestigt wurden und mehr oder weniger gut gehalten haben.

Dann ging es endlich los, vorbei am Eccles-Biwak, wo die beiden ihre Sachen für die Übernachtung ablegten um mit leichterem Rucksack den Pis Eccles (4041m) zu besteigen. Gleich im Anschluss setzten sie ihren Weg durch ungespurten knietiefen Schnee zum Col de Peuterey fort. Mit dem Grande Pilier d` Angle (4243 m) beendeten Sie diesen Tag und traten den Rückweg zum Biwak an. Doch es war ein langer Weg. Sie konnten sich nur in extrem steilen Passagen abseilen und mussten dabei einige Schlingen, die sie zum Sichern brauchten, im Felsen hängen lassen. Erst gegen 23.00 Uhr sind die beiden im Biwak angekommen. Und dann das: Es war "gerammelt " voll! Die deponierten Sachen waren nicht auffindbar und es war kaum ein Platz zum schlafen mehr frei. Nach einer halben Stunde suchen hatten sie Ihre Schlafsäcke endlich gefunden und mussten auf dem Boden in halbnassen Decken schlafen.

Es war ein Tag mit viel Eiskletterei in anspruchsvollem Gelände. Wenn dann die dringend benötigte Ruhe fehlt ist das doppelt so anstrengend. Aber mit solchen Situationen haben sich die beiden mittlerweile abgefunden und versuchen das Beste daraus zu machen.

Tag23

Sonntag, der 03.08.08

An diesem Tag stand wieder eine 6-Gipfel-Tour auf dem Plan. Doch nach der bescheidenen Nacht starteten die beiden erst gegen 8.00 Uhr, schließlich war ja auch Sonntag! Den Auftakt machten an diesem wolkenlosen und sonnigem Tag der Mt. Brouillard (4053 m) und gleich der in der Nähe liegende Punta Baretti (4013 m). Um zu den nächsten geplanten Gipfeln zu gelangen mussten sie wieder ein Stück zurück und den nicht zu unterschätzenden Brouillard-Grad entlang. Dieser ist sehr Steinschlag gefährdet. Deshalb suchten sich die beiden einen von der üblichen Route abweichenden Weg, der zwar schwieriger aber sicherer ist.

Nachdem sie anschließend den Pic Luigi Amedeo (4469 m) und den Mt. Blanc Courmayeur (4748 m) bezwungen hatten machten sie sich auf den höchsten Berg Ihrer Tour, dem Mont Blanc (4807 m). Ivo und Micha schwärmten von einem wahnsinnig schönen Sonnenuntergang mit echtem Gänsehautfeeling. Da waren ihnen die 90 km/h Windgeschwindigkeit vollkommen egal.

Auf dem Weg zur Hütte nahmen die beiden dann noch den Dome de Gouter ( 4304 m) mit, um anschließend den Tag zufrieden und erschöpft in der Gouterhütte ausklingen zu lassen. Da es bereits 22.00 Uhr war hatten sie auch richtig Hunger, doch Abendbrot gab es da schon nicht mehr. So mussten die zwei sich mit Schokoladenriegeln begnügen: "ein Schokoriegel hat 4,50 € gekostet, aber was sollten wir machen? Wir haben an dem Abend für 60 €! Schokolade gegessen, aber richtig viel war es nicht" erzählte Ivo. Doch damit nicht genug. Die Krönung an diesem Tag: alle Matratzen belegt! Also wurde auf den Tischen im Frühstücksraum geschlafen - na dann gute Nacht!

Tag24

Montag, der 04.08.08



Eigentlich wollten die beiden an diesem Morgen erst gegen 6.00 Uhr aufstehen. Aber viele Bergsteiger wollten an diesem Tag auf den Mt. Blanc und standen bereits gegen 2.00 Uhr im Frühstückraum. Also hieß runter von den Tischen, warten bis ein paar Liegeplätze frei sind und dann noch ein paar Mützen voll Schlaf nehmen.

Als diese " erholsame" und "ruhige" Nacht geschafft war stürmten die beiden auf den Aiguille de Bionnassay (4052 m). Stürmen in dem Fall, weil der Wind noch einmal stärker war als am Tag zuvor und Ihnen heftigst um die Ohren pfiff. Da der Sturm auch nicht nachließ mussten sie wieder einmal einen Gipfel unbezwungen lassen, den Mt. Maudit. Dieser hat mit seinen 4465 m eine eindrucksvolle Höhe und die Windgeschwindigkeiten nehmen dort oben auch noch ein ganzes Stück zu. " Wir lagen fast waagerecht in der Luft! Da sind wir umgedreht, das war uns zu heiß!"

Also hieß es, den Weg zum Mt. Maudit beim Mt. Blanc abzubrechen und abzusteigen nach Les Houches um mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Chamonix nach La Visaille zu gelangen, wo die beiden am Freitag ihr Auto verlassen hatten. Doch der Abstieg war an diesem Tag extrem gefährlich. Steinschlag! Mehrere Felsbrocken schlugen in Ihrer Umgebung ein, anscheinend wurden auch andere Bersteiger verletzt. Das ist nichts Ungewöhnliches in den Bergen, aber wenn man nicht auf der Hut ist kann es einen schnell erwischen.

Als wir an diesem Abend mit den beiden telefoniert haben waren wir sehr positiv überrascht. In den letzten Tagen konnte man Ihnen die Erschöpfung anhören, sie haben nur das Nötigste gesprochen und klangen matt und ausgepowert. Doch an diesem Tag waren sie super drauf. Dem Knie vom Micha geht’s wieder viel besser und auch sonst sind sie körperlich weitestgehend in Ordnung. Sie waren gut gelaunt und erzählten jede Menge über die Erlebnisse der letzten Tage. Das erleichtert uns sehr, denn die beiden befinden sich bereits in den letzten 2 Wochen und haben schon 60 Gipfel geschafft. Mit Energie, guter Laune und Einsatz spulen die zwei Berg um Berg ihres Programms ab. Das ruft nicht nur bei uns sondern bei allen, die sich mit dem Projekt befassen, tiefsten Respekt und Bewunderung hervor.

Tag25

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